Low Code Day Berlin 2019 – Rückblick

Wir waren am 24.10.2019 als Sponsor beim ersten Low Code Day Berlin dabei und haben zusammen mit unserem Kunden Brandnoo einen Vortrag über Synesty als Low Code Middleware gehalten. Dies ist ein kleiner Rückblick auf diese Veranstaltung.

Was heißt Low Code?

Bei dieser Veranstaltung trafen sich Softwarehersteller, die Baukasten-Systeme anbieten, mit denen man Software mit sehr wenig Programmier-Code erstellen kann. Dadurch wird auch Businessanwendern ermöglicht, Anwendungen zu erstellen bzw. diese “zusammenzuklicken”.

Synesty verfolgt seit Gründung den Low-Code Ansatz, noch weit bevor es dieses Wort gab. So sahen es auch viele der Aussteller und Vortragenden, die oft seit vielen Jahren im Geschäft sind, und sichtlich erfreut darüber waren, dass es jetzt endlich einen Begriff dafür gibt.
Wir finden das auch gut, denn das hilft ein gemeinsames Verständnis auch bei Kunden und Interessenten zu etablieren.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Letztendlich gab es in der Geschichte der Softwarehersteller schon viele Low-Code Ansätze – es ist also nicht wirklich neu. Nur sind die Technologien sind mittlerweile so gut, dass die heute präsentierten Lösungen dem Ziel, “Software ohne Programmieren” zu erstellen, schon sehr nahe kommen.

 

John Rymer von Forester hat es auch gefallen

Keynote Speaker und Special-Guest der Veranstaltung war John Rymer (Vice President and Principal Analyst bei Forrester Research), der 2014 den Begriff Low-Code Entwicklungsplattformen einführte und als Marktexperte gilt. Er gab einen Überblick über die aktuellen Trends im Markt und die Bedeutung dieser Plattformen. Und weil er sogar bis zum Ende der Veranstaltung geblieben ist, gehen wir davon aus, dass ihm zu gefallen schien, was er gesehen und gehört hat.

Neues Berufsbild Low-Code Entwickler

In vielen Vorträgen war vom neuen Berufsbild Low-Code Developer die Rede. Ein interessanter Gedanke, der ein möglichen Lösungsansatz für die permanente Knappheit von professionellen Softwareentwicklern sein könnte. Die Idee ist, dass Software dann auch von Quereinsteigern erstellt werden könnte. Es gibt sogar schon Praxiserfahrungen, dass diese Mitarbeiter häufig sogar lösungsorientierter arbeiten, da diese Mitarbeiter mehr breitgefächertes Wissen über Prozesse unterschiedlicher Abteilungen haben, als Spezialwissen in Softwareentwicklung.

Aber auch die Grenzen dieser Idee, wurde von den Vortragenden aufgegriffen. In der Praxis wird bei komplexen Problemen die Notwendigkeit professioneller Softwareexperten nicht verschwinden. Denn um stabile und zukunftssichere Softwarearchitekturen zu bauen, wird immer auch das Wissen von Experten benötigt.

Low Code vs. Pro Code

Deshalb ist Low Code auch nicht starr. Der Vortrag der Firma Neptune aus Norwegen hat anschaulich die verschiedenen “Schattierungen” zwischen Low Code und Pro Code vorgestellt – letzteres bezeichnet die professionelle Programmierung.

Das ist auch der Grund warum die Lösungen oft mehrere Ansätze der Entwicklung ermöglichen: Low Code und visuelle Workflow-Designer zum schnellen “zusammenklicken” von Oberflächen und Abläufen, mit der Möglichkeit auch in den Quellcode per Programmiersprache einzugreifen, wenn es notwendig und komplex wird.

Das ist auch ein gesunder Ansatz, denn es gibt einfache Probleme, für die No Code und Low Code gut funktioniert, und es gibt komplexe Probleme, für die der Programmieransatz besser geeignet ist.
Am Ende des Tages ist eine gesunde Mischung und der Ansatz “use the right tool for the job” entscheidend.

Auch in Synesty Studio bieten wir beide Möglichkeiten: Der Flow-Designer zum Zusammenklicken und Freemarker Scripting für komplexere Themen und Logiken.

 

Die Fishbowl-Diskussion

Am Nachmittag gab es eine Diskussionsrunde mit den Keynote-Speakern, an der auch Teilnehmer aus dem Publikum mitmischen konnten.
Diskutiert wurden verschiedene Themen, die die Low-Code “Szene” umtreibt. Eine davon z.B. ob man überhaupt schon von einer “Szene” sprechen kann, wie die Erfahrungen der Anbieter mit klassischen IT-Teams bzgl. Low-Code sind, und wie man diese verwaltet – Stichwort Governance.
Letzteres war ein spannendes Thema, wenn man bedenkt, dass durch diese neuen Plattformen plötzlich jeder Mitarbeiter eigene Anwendungen schreiben kann, die dann im Unternehmen herumgeistern und auch gepflegt werden müssen. Eine neue Herausforderung, für die man Lösungen finden muss und die Überzeugungsarbeit und neue Strukturen erfordern.

 

Unser Vortrag: Synesty als Low-Code Middleware

Unser Vortrag  “Anbinden und Automatisieren ohne Programmieren in E-Commerce Projekten: Wie die Low Code Middleware Synesty hilft, Schnittstellen und APIs ohne Coding anzubinden” war der einzige zum Thema E-Commerce. Zusammen mit unserem Kunden und Partner Tobias Wittkopf der Berliner Agentur Brandnoo stellten wir Praxisbeispiele von Anbindungen und Lösungen vor, die wir mit Synesty umgesetzt haben. Das waren typische Anbindungen zwischen Warenwirtschaft und Shopsystemen, Verarbeitung und Import von XML-Dateien, eine EDI-Anbindung an Amazon Vendor Central sowie die Erstellung von grafischen Dashboards zur Auswertung von Bestellungen. Wir haben uns über die Nachfrage von Johm Rymer gefreut, der wissen wollte, ob Synesty ausschließlich für E-Commerce geeignet sei: Die klare Antwort war: Nein. Synesty ist es egal welche Daten rein oder raus gehen. Unsere bisherigen Add-Ons haben einen historisch bedingten E-Commerce Fokus, aber denkbar sind auch andere Anwendungen oder Branchen. Durch die generischen Steps für HTTP, FTP und CSV/XML/JSON lassen sich beliebige APIs und Schnittstellen anbinden.

Fazit

Wir fanden es einen sehr spannenden Tag und gleichgesinnten Softwareanbietern, die die gleichen Ziele verfolgen, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Eine sehr angenehme Atmosphäre und eine schöne Location im Spielfeld Digital Hub und gut organisiert vom SIBB. Wir haben tolle Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und viele Impulse mitgenommen. Wir denken: Da passiert gerade etwas!
Wir freuen uns auf den nächsten Low Code Day Berlin 2020.